Naturinventar

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Auszug aus dem Naturinventar Küttigkofen (OEKOFAUNA, Axel Budde, Solothurn):

Der Begriff «Inventar» stammt aus der Geschäftswelt: Das Inventar ist eine Bestandesaufnahme. Demnach ist das Naturinventar die Aufnahme des Naturbestandes. Es sollte natürlich möglichst vollständig sein und die Beschreibung des betreffenden Lebensraumes, sowie Artenlisten der darin vorkommenden Pflanzen und Tiere umfassen. Diese Listen helfen, den qualitativen Wert des Lebensraumes festzuhalten. Inventare werden in einem zeitlich beschränkten Rahmen erstellt. Was nun mit Tieren und Pflanzen, die in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht beobachtet wurden? Fehlen sie tatsächlich oder entgingen sie der Beobachtung? Tiere haben ja bekanntlich die für ein Inventar unangenehme Eigenschaft, sich fortzubewegen und oft nicht gerade da zu sein, wo beobachtet bzw. inventarisiert wird. Daraus resultieren zwangsweise lückenhafte Artenlisten, die eine Wertschätzung des aufgenommenen Raumes und somit die Aussagekraft des Inventars beeinträchtigen. Der Versuch, ein Stück Natur in seiner Gesamtheit vollständig aufzunehmen, festzuhalten und darzustellen, ist daher im voraus zum Scheitern verurteilt. Die bestehenden ökologischen Beziehungen sind zu vielfältig, als dass sie gesamthaft wiedergegeben werden könnten. Jedes Naturinventar ist deshalb eine grobe Wiedergabe der beobachteten Verhältnisse unter dem Blickwinkel der Aufnahmemethode.

Seit jeher gestaltet und verändert der Mensch seine Umgebung. Während dies über Jahrtausende weitgehend im Einklang mit der Natur geschah, wurde unsere Landschaft in diesem Jahrhundert in nie dagewesenem Ausmass umgestaltet. Einzelne, zeitlich und örtlich begrenzte, oft kaum wahrgenommene Eingriffe führen in ihrer Gesamtheit zu grossräumigen nachhaltigen Veränderungen. Obwohl die dringende Notwendigkeit, mit dem Boden und der Natur als Ganzes haushälterischer unzugehen heute kaum mehr bestritten wird, ist ein Ende dieser Entwicklung nicht abzusehen. Bauliche Grossprojekte im Verkehrsbereich, tiefgreifende Umstrukturierungen in der Landwirtschaft und steigender Bedarf an Wohn-, Arbeits- und Erholungsraum werden auch in Zukunft unseren Lebensraum beträchtlich verändern. Geschichtliche Rückblenden auf die rasante Entwicklung der Kulturlandschaften bestärken solche Prognosen. Vor allem betroffen sind die «Grünflächen». Alleen, Wasserläufe, Parkanlagen, Hecken, Wiesen, etc. werden neu angelegt, eliminiert, verschoben, umgestaltet. Solche Massnahmen erfolgen zwar durchwegs als kulturbedingte Anpassungen an neue Bedürfnisse, allzu oft aber bewirken sie eine Verarmung der Landschaft und somit die Schmälerung auch unserer Lebensqualität.

Das Naturinventar Küttigkofen besteht aus 3 Teilen:

  • Inventarplan: Darin sind die aufgenommenen naturnahmen Objekte eingezeichnet
  • Objektekartei: Die kartierten Objekte sind im Sinne eines «offenen Inventars» in einer Ordnersammlung zusammengestellt. Allen Objekten ist ein Objektblatt zugeordnet, welches neben einer fotografischen Abblidung auch Angaben zum Lebensraumtyp enthält.
  • Bericht: Die schriftlich zusammengefasste Übersicht